Produktivität

Wir träumen von der guten alten Zeit des Handwerks, verhalten uns gleichzeitig nach den Regeln der Industriegesellschaft, und leben tatsächlich mitten im Informationszeitalter. Unsere alten Köpfe, deren herrschende [Wirtschafts-] Gesetze und die neue technische Realität passen nicht mehr zusammen.
Es wird global so viel produziert, dass bereits vor geraumer Zeit damit begonnen wurde die Überproduktion einfach wegzuschmeissen. Wir haben heute in keinem Produktionssegment ein Problem damit die heutige und zukünftige Weltbevölkerung mit allen Waren, Gütern und Dienstleistungen zu versorgen – auf höchstem Niveau. Im Gegenteil, eine Drosselung der Produktivität ist nicht nur möglich, sondern imperativ [Planet = endliche Ressourcen] Es liegt an der Verteilung, nicht am Angebot und schon gar nicht an der Nachfrage.

Das liegt an der neoliberalen Version der Dinosaurier-Okonomie-Geschichte von steigender Produktivität = Wachstum, was als Indikator für menschlichen Wohlstand und steigende Löhne verkauft wird. Diese Geschichte ist fundamental falsch. Das Gegenteil ist der Fall. In Deutschland gab es in den letzten 15 Jahren jährlich 1,5% Produktivitätssteigerung, während sich die Löhne nicht erhöht haben. Gewinne und wachsende Produktivität werden nur durch Einsparung von Kosten [größter Posten: Löhne + Gehälter] und zunehmender Automatisierung [Effizienzsteigerung] erzielt. Der Nebeneffekt der Geschichte ist noch gravierender. Denn man geht [menschlich] davon aus, dass ein Verzicht auf Produktivität mit einem Einbüßen von Lebensqualität und Komfortverlust einhergeht. Selbst real-global-ökonomisch ist dieser Ansatz falsch, denn es führt zu einer sich um Kopf und Kragen herunter-konkurrierenden Wirtschaftsdynamik, bei der am Ende automatisch der Verlust der Kaufkraft steht.
Dieser künstlich aufrecht erhaltene Dominanz-Mangel-Markt einerseits, und der gleichzeitige Billig-Überflutungsmarkt andererseits, erzeugt die global-ökonomische Unausgeglichenheit. [Das sind die in Bilder übersetzten Gegenüberstellungen von fettleibigen Whopper-Kids, und den verhungernden Babies in Afrika]. Der Markt findet das gut. Von dieser Entwicklung profitieren in der Tat nur wenige Branchen. Die Finanzelite, die volkswirtschaftlich die Gewinne absaugt und die Rüstungs- und Sicherheitsindustrie [beides die gleiche Branche]. Ein einfacher Satz bringt das perfekt auf den Punkt: Es steht immer nur ein Polizist oder ein Soldat vor etwas, was die Menschen brauchen, und zu dem ihnen der Zugang verweigert wird.
Macht und Mangel sind nicht länger Teil der Zukunft. Die Lösung für Mensch und Planet ist die nachhaltige Post-Wachstums-Ökonomie, mit optimalem Lebensstandard für alle.

css.php