Wirtschaft

Eine Investition, die den Planeten zerstört oder Menschen tötet, ist keine Investition. Die ureigene Idee von Investition und Innovation war immer menschliche Arbeit zu erleichtern, um mehr Zeit zu haben, besser zu leben, unglaubliches Wissen hinzuzugewinnen, tödliche Krankheiten heilen zu können und vieles mehr. Das waren die kulturelle Basis und der alte Vertrag zwischen Gesellschaft und kapitalistischer Wirtschaft, die ein ganz bestimmtes Ziel verfolgten. Durch Fortschritt, gesteigerte Produktivität und Wachstum werden wir den Mangel überwinden, die Lebensqualität steigern und uns nicht mehr um den Existenzkampf kümmern müssen. Unsere Eltern und Großeltern sagten: „Wir arbeiten, damit es unsere Kinder später einmal besser haben.“

Dieses Versprechen ist vor geraumer Zeit gebrochen und um 180° gedreht worden. Anstatt einen stationären Zustand auf höchstem Niveau zu erreichen sind Wachstum und Innovation zum Selbstzweck erklärt und institutionalisiert worden. In der Konsequenz ist es egal wie großartig das BIP dieses Jahr gewesen ist, im nächsten Jahr müssen wir noch eine Schippe drauflegen. Egal wie schnell wir dieses Jahr rennen, im nächsten Jahr muss es noch schneller sein. Es geht nicht länger darum ein Ziel zu erreichen, sondern darum den Status Quo mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten – mit zunehmend sinkendem, gesellschaftlichen Erfolg. Heute sagen unsere Eltern und Großeltern: “Wir müssen immer mehr arbeiten, um das Zerfallen des Erreichten aufzuhalten.” Das kann nicht länger gut gehen und der gesellschaftlich-wirtschaftliche Vertrag ist damit hinfällig.

Unser Finanz- und Wirtschaftssystem erzeugt zunehmend strukturelle Gewalt. Damit Deutschland und Europa ihre Ziele wie Weltfrieden, positive Entwicklungspolitik und Klimaneutralität erreichen können, muss die momentan herrschende Wirtschaftslogik konsequent umgebaut werden. Die neue aufsteigende Solidaritätsökonomie dekonstruiert mit ihrem Schaffen langfristig die klassischen Geschäftsmodelle. Diese Entwicklung verlangt nach kreativen, politischen und gesellschaftlichen Antworten. Man könnte damit beginnen die Entwicklung zu fördern, anstatt sie zu bekämpfen. Genau wie bei der CO2 Reduktion könnte die Zielsetzung heißen: Bis zum Jahr 2050 muss das weltweite Wirtschaftswachstum auf 0% gebracht werden. Das Projekt der Zukunft könnte heissen: Noch einmal Produktion und Arbeit – Bis 2050 müssen wir mit dem Umbau der Welt auf Nachhaltigkeit fertig sein, danach folgen nur noch Qualitätssteigerung und Optimierung.
Eine Investition in die Zukunft ist heute die Umwandlung von [bestehendem] Finanzkapital in nachhaltige Innovationen, friedliche Problemlösung und den Aufbau von Sozialkapital. Dafür eine finanzielle Gegenleistung [Rendite] zu erwarten, gehört in die gleiche Kategorie wie der Glaube, dass man Geld essen kann, oder dass es auf Bäumen wächst.

css.php