Myself

Politikerverdrossenheit begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich fühlte mich bisher von keiner Regierung wirklich repräsentiert. Ich mochte Willy Brands Politik, aber das waren andere Themen in anderen Zeiten. Der Spirit in Europa, Gorbatschow, das Auflösen Jahrzehnte alter Feindbilder, die Wende, dann rot-grün. Ein kurzer Hoffnungsschimmer nach 16 Jahren Helmut Kohl (CDU), wurden mit dem darauf folgenden Kriegseintritt und der Agenda 2010 erfolgreich eingeäschert. So erklärt sich mir persönlich mein zeitweiser Rückzug ins Privatleben.

In der Musikbranche konnte man live und in Farbe beobachten, wie Internet und Digitalisierung [von Menschen für Menschen], sukzessive in marktkonforme Verkaufs- und Verwertungsketten gewandelt wurden. Dem Neuland geschuldet, brauchte das [neoliberale Politik-] Establishment zehn Jahre länger, um nun ihrerseits die nichtlinearen Netzwerke in vertikale Hierarchien zu pressen. Der Kampf und die Wahl der Waffen werden dabei global und zunehmend menschenfeindlicher. Das System verlangt unermüdlich nach mehr Renditen und dabei geht es immer öfter über Leichen. Großartige Technologien zur Lösung von Problemen werden rigoros zweckentfremdet.

Aber es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Der Schlüssel liegt im Bilden starker kreativer Mehrheiten, die sich gemeinsam der Alternative Frieden, Menschenrechte und gesunder Planet verschreiben. Damit kann man bekanntlich kein Geld verdienen, und deshalb schafft das in der Gesellschaft vorherrschende Denken diese Alternativen ab. Spätestens seit Griechenland 2015 bemerkt das auch in Europa fast jeder. Die Mehrheiten spüren instinktiv, dass es Alternativen gibt – geben muss!

Das Problem ist aber, dass  sich alle nur in ihren eigenen Reihen darüber austauschen.  Nach außen bleiben alle lieber politisch-korrekt. Statt den gemeinsamen Nenner zu suchen, verliert man sich in Konkurrenz oder veranstaltet ergebnislose Gipfeltreffen im eigenen Kreis. Es braucht eine gemeinsame Vision und eine Plattform für die Zukunft, Übersetzer und Vermittler, die unterschiedliche Perspektiven zusammen bringen können. All das gibt es schon. Wenn man das alles zusammengeführt, kann daraus eine gesellschaftliche Politik der Umarmung und in Folge dessen die notwendige aktive Mehrheit enstehen. Ich möchte gerne ein Teil davon sein.

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